BEM: Ihr Weg zu gesunden und leistungsfähigen Teams

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist mehr als eine Verpflichtung – es ist eine Chance, Mitarbeitende nach längerer Krankheit zu unterstützen und ein resilientes Arbeitsumfeld zu schaffen. Erfahren Sie, wie ein strategisches und empathisches BEM Ihrem Unternehmen und Ihren Mitarbeitenden zugutekommt.

BEM: Kein Kuschelkurs, sondern strategische Unterstützung

Viele fragen sich: "Warum so viele BEMs? Ist das nicht nur ein reines Wohlfühlprogramm?"
Nein, BEM ist kein reines Wohlfühlprogramm. Im Gegenteil:

  • Gezielte Unterstützung: Mitarbeitende, die Wiedereingliederung benötigen, erhalten im Rahmen eines effektiven BEM-Prozesses die Chance, stabil in den Arbeitsprozess zurückzukehren.

  • Fehlzeitenmanagement: Gleichzeitig können diejenigen, die sich auf soziale Leistungen verlassen, gezielt befragt werden, um herauszufinden, was ihnen fehlt, um die notwendige Motivation zu entwickeln. Eine fundierte psychische Gefährdungsbeurteilung bietet hier eine gute Grundlage für zielführende und wertschätzende Gespräche.

  • Prävention: Wenn zuvor gute Fehlzeitengespräche geführt wurden oder ein strukturiertes Fehlzeitenmanagement greift, erreichen das BEM nur noch jene, die diese Art der Unterstützung wirklich benötigen. Gleichzeitig erfahren wir die Gründe für gehäufte Fehlzeiten und können präventiv handeln. Daher: Ja, BEM macht Sinn, wenn man es gut nutzt.

Psychische Gesundheit im Fokus: BEM als notwendige Unterstützung

In den letzten Jahren ist ein besorgniserregender Anstieg psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz zu beobachten. Immer mehr Beschäftigte benötigen Unterstützung, um nach längerer Krankheit erfolgreich in den Arbeitsprozess zurückzukehren. In diesem Kontext gewinnt das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) zunehmend an Bedeutung. Ein frühzeitiges und gut strukturiertes BEM kann entscheidend dazu beitragen, die Rückkehr der Betroffenen zu erleichtern und ihre langfristige Beschäftigungsfähigkeit zu sichern.

Individuelle Bedürfnisse verstehen:
Bei der Durchführung von BEM-Prozessen ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Mitarbeiter genau zu verstehen. Oft äußern Beschäftigte den Wunsch nach weniger Arbeit oder weniger Stress, ohne dabei zu erkennen, dass sie möglicherweise spezifische Therapieangebote oder andere Unterstützung benötigen. Hier ist es von zentraler Bedeutung, die eigentlichen Bedürfnisse der BEM-Teilnehmer herauszufinden und gezielt darauf einzugehen, um Projektionen auf den Arbeitgeber aufzulösen.

Vertrauen und Eigenverantwortung:
Zudem müssen auch die Teammitglieder der erkrankten Beschäftigten in den Blick genommen werden. Eine klare, vertrauliche Atmosphäre während des BEM-Prozesses ist unerlässlich, um das Vertrauen aller Beteiligten zu wahren. Schließlich ist es wichtig, dass Arbeitnehmer die Verantwortung für ihre eigene Gesundheit am Arbeitsplatz übernehmen und erkennen, dass das BEM ein gesetzlich vorgeschriebenes Unterstützungsverfahren ist, das ihnen helfen soll, ihre Herausforderungen zu bewältigen.

Insgesamt ist ein gut durchdachtes BEM nicht nur ein Werkzeug zur Reintegration von Mitarbeitern, sondern auch ein Schritt in Richtung eines gesunden und unterstützenden Arbeitsumfelds für alle. Die Sensibilisierung für die Bedürfnisse aller Beschäftigten und die Förderung einer offenen, vertrauensvollen Kommunikation sind dabei die Schlüssel zum Erfolg.

Die Kunst des BEM: Kommunikation, Taktik und Vertrauen

"Mehr braucht es nicht?!" – Kommunikation und Taktik im BEM sind entscheidend.
Vor Kurzem durfte ich eines der längsten und schwierigsten BEMs erfolgreich abschließen: die Wiedereingliederung eines zu 100% sehbehinderten jungen Mannes bei den Dresdner Verkehrsbetrieben.

Die Kunst dieses BEMs bestand in Geduld, Taktik und Kommunikation. Hindernisse waren nicht die Behörden, die Technik oder der Wille des Mitarbeitenden. Nein, es waren die nachvollziehbaren Vorbehalte und Ängste, die langsam abgebaut werden mussten, um die Fachlichkeit des Mitarbeitenden in den Vordergrund zu stellen.

Auf beiden Seiten Vertrauen für die neue, ungewohnte Situation zu schaffen und alle daran wachsen zu lassen, war der Schlüssel zum Erfolg. Paragraphen, Inklusionsvereinbarungen und Forderungen auf den Tisch zu legen ist nicht immer zielführend. Da ist die Taktik im BEM doch manchmal entscheidend. So ist hier, hoffentlich, etwas ganz Tolles im Entstehen.

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Wenn Liebe trotz Konflikten heilt – Anna & Lukas

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Gemeinsam durch den Verlust – Gestärkt in die Zukunft