Liebeskummer lohnt sich?
Warum Konflikte zeigen, was in Beziehungen wirklich wichtig ist
Liebeskummer fühlt sich selten sinnvoll an.
Er ist schmerzhaft, verwirrend und manchmal begleitet von der bohrenden Frage: „Warum passiert mir das (schon wieder)?“
Gleichzeitig berichten viele Menschen rückblickend, dass gerade diese schweren Phasen etwas in Bewegung gebracht haben. Nicht, weil der Schmerz „notwendig“ gewesen wäre – sondern weil er auf etwas hingewiesen hat, das dringend gesehen werden wollte.
Liebeskummer: mehr als eine Frage der Partnerschaft
Wenn wir „Liebeskummer“ hören, denken wir meist an Trennungen oder Beziehungskonflikte.
Doch ähnliche Gefühle tauchen oft auch an ganz anderen Stellen auf:
in innerer Unruhe ohne klaren Anlass
in immer gleichen Konflikten mit nahestehenden Menschen
im Gefühl, sich selbst zu verlieren oder kaum Grenzen setzen zu können
in Gesprächen, die erkennbar im Leeren landen
Der eigentliche Auslöser ist oft weniger die konkrete Situation – sondern ein wiederkehrendes Beziehungsmuster, das sich meldet. Das kann auch im Freundeskreis oder mit Arbeitskolleginnen und -kollegen passieren.
Gefühle sind Hinweise – keine Fehler
Viele Menschen betrachten ihre Gefühle lange als „zu viel“, „zu sensibel“ oder „unangemessen“.
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie sehr diese Selbstbewertung belastet. Dabei sind solche vermeintlich schlechten Gefühle häufig nichts anderes als:
Hinweise auf unerfüllte Bedürfnisse
Reaktionen aus alten Rollen oder erlernten Strategien
Signale dafür, dass Kommunikation unklar oder missverständlich geworden ist
Gerade Konflikte zeigen sehr deutlich:
wie wir Nähe gestalten
wie wir Distanz aushalten
wie klar oder indirekt wir sprechen
welche Erwartungen unausgesprochen mitschwingen
Deshalb lohnt sich auch der Liebeskummer - Nicht um Schuld zu verteilen – sondern um Verstehen zu ermöglichen.
Beziehungsmuster erkennen schafft Wahlfreiheit
Ein Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Erkennen von Beziehungsmustern.
Vieles, was wir tun, passiert automatisch:
Wir ziehen uns zurück, obwohl wir uns Nähe wünschen.
Wir erklären, rechtfertigen oder kämpfen – obwohl wir eigentlich verstanden werden möchten.
Wir übernehmen Verantwortung, die uns überfordert.
Hier setzt z.B. Transaktionsanalyse an. Sie hilft zu verstehen:
welche inneren Rollen wir in Beziehungen einnehmen
wie unsere Kommunikation wirkt
warum bestimmte Situationen immer wieder ähnlich verlaufen
Dieses Verstehen schafft etwas Entscheidendes: Wahlfreiheit. Nicht mehr nur reagieren müssen – sondern handeln können.
Einzel- oder Paararbeit: Beides kann sinnvoll sein
Nicht jede Beziehungskrise muss gemeinsam angeschaut werden. Manchmal ist es hilfreich, allein Klarheit zu finden:
über eigene Bedürfnisse, Grenzen, Muster und Wünsche.
In anderen Fällen entsteht Veränderung genau dann, wenn zwei Menschen gemeinsam betrachten, wie Kommunikation entsteht, wo Missverständnisse wirken und was beide zu einem besseren Miteinander beitragen können.
Ich begleite sowohl Einzelpersonen als auch Paare – wertschätzend, lösungsorientiert und mit der nötigen Tiefe, wenn sie gebraucht wird. Es geht nicht um richtig oder falsch. Es geht um Verstehen, Klären und Entwickeln. Meine Haltung ist dabei sicher, wertfrei und klar.
Ein erster Schritt muss kein großer sein
Vielleicht lesen Sie diesen Text aus Neugier.
Vielleicht, weil etwas gerade nicht stimmt.
Oder weil sich bestimmte Fragen wiederholen.
Ein erstes Gespräch kann helfen, Orientierung zu gewinnen –
ohne Druck, ohne Verpflichtung.
Manchmal genügt es, Dinge auszusprechen und einzuordnen.
Manchmal beginnt daraus etwas Neues.